Zeitzeuge in Riehen
"Ein unheimlicher Druck auf der Bevölkerung" – Paul Bertschmann erzählt von seinem Vater Oskar Bertschmann, der an der Inzlingerstrasse wohnte und wiederholt Flüchtlingen begegnete – darunter ein krankes Mädchen, das trotz anfänglicher Ausweisung später mit Hilfe des Roten Kreuzes doch noch zu seiner Mutter nach Davos gelangte. Er schildert auch den gesellschaftlichen Druck und die Angst der damaligen Bevölkerung, verbunden mit dem Verständnis-Appell, die damalige Zeit nicht vorschnell zu verurteilen.
"Flüchtlinge in unserem Haus" – Magdalene Hürlimann-Sturm berichtet aus ihrer Kindheit an der Inzlingerstrasse, wo Flüchtlinge nach nächtlicher Überquerung des Stacheldrahtzauns morgens in der Küche oder Scheune der Familie auftauchten, verpflegt und dann der Polizei gemeldet werden mussten – mit unterschiedlichem Ausgang: Manche wurden gerettet, andere direkt an der Grenze den deutschen Zöllnern übergeben.
Beide Berichte zeichnen ein persönliches, unmittelbares Bild des Grenzalltags – zwischen stiller Hilfsbereitschaft, Angst vor Denunziation und dem Miterleben von Rückweisungen.