Ausstellung & Bibliothek

Drei Gebäude, eine Dauerausstellung und wechselnde Sonderausstellungen – die Gedenkstätte verbindet historische Dokumente, persönliche Schicksale und zeitgenössische Kunst.
Skulptur einer gebogenen Menora aus Metall vor einer Gedenkwand mit Texttafeln und einem Baum.
Rail Menora
Die Skulptur „Rail Menora“ auf dem Vorplatz thematisiert Ausweglosigkeit – die sechs Arme der Menora erinnern an sechs Millionen ermordete Juden, die grösstenteils mit der Bahn in die Vernichtung transportiert wurden.
Relief mit diversen Nachdenklichen und traurigen Figuren, arrangiert auf mehreren Ebenen vor einer blauen Wand.
Forsaken
Das Bronze-Relief „Forsaken“ zeigt erschöpfte jüdische Flüchtlinge, wach vor Todesangst. Ein enger Durchgang symbolisiert die Grenze zur Schweiz – sichtbar in Wochenschau-Aufnahmen von 1940–1945.
Erinnern ist kein Rückblick. An dieser Grenze entschied sich das Schicksal tausender Menschen – dieses Haus soll dafür sorgen, dass wir das nie vergessen.
Porträt eines älteren Mannes mit Brille und gemustertem Schal vor schwarzem Hintergrund.
Johannes Czwalina
Gründer der Gedenkstätte
Pfarrer, Autor und Unternehmensberater

Drei Gebäude – eine Geschichte

Die Gedenkstätte besteht aus drei Gebäudeteilen, die zusammen ein umfassendes Bild der Geschichte zeichnen.

Themen der Dauerausstellung

Die Dauerausstellung im Neubau gliedert sich in fünf Themenbereiche.
Flucht & Grenze
Die Grüne Grenze bei Riehen als Ort der Hoffnung und der Abweisung
Schweizer Politik
Die Flüchtlingspolitik des Bundes – vom J-Stempel bis zur Grenzschliessung
Einzelschicksale
Menschen hinter den Zahlen – dokumentierte Lebensgeschichten
Helfer & Retter
Zivilcourage an der Grenze – wer half und wer wegsah
Erinnern heute
Die Bedeutung des Gedenkens für die Gegenwart
Öffentlicher Bücherschrank an Hauswand mit zwei Tischen voller Bücher außen.

Bücherschrank

Das Prinzip des öffentlichen Bücherschranks ist einfach: Ein Buch, welches man vielen Lesern wünscht, wird bei der Gedenkstätte Riehen in den Bücherschrank gestellt - welcher rund um die Uhr geöffnet ist, kostenlos für Erwachsene und Kinder. Dabei stöbert man in den bereits vorhandenen Büchern und findet meist etwas Spannendes zum Mitnehmen…Bei Fragen und Anregungen:Dan Shambicco / dan-shambicco@bluemail.ch

Die Schweizer Flüchtlingspolitik 1933–1945

Die Schweizer Flüchtlingspolitik zwischen 1933 und 1945 war von Widersprüchen geprägt: Zehntausenden Menschen bot das Land Schutz, gleichzeitig blieb vielen anderen die Grenze verwehrt.
1933–1938

Erste Flüchtlinge

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 flohen politische Gegner, jüdische Menschen, Intellektuelle und andere Verfolgte in die Schweiz.

Das Land nahm zunächst einige Tausend Flüchtlinge auf, verfolgte dabei aber bereits eine zunehmend restriktive Politik.
Schwarz-weiss-Foto von Menschen mit Gepäck und Soldaten vor einem Gebäude mit Schweizer Flagge.
1933–1945

Die Schweizer Flüchtlingspolitik

Nach dem Anschluss Österreichs und den Novemberpogromen ("Reichskristallnacht") stieg die Zahl der Fluchtwilligen stark an.

Im August 1938 vereinbarten die Schweiz und Deutschland die Kennzeichnung jüdischer Pässe mit dem berüchtigten "J"-Stempel, wodurch die Schweiz jüdische Flüchtlinge leichter identifizieren und zurückweisen konnte. Bereits damals wurden viele Menschen an der Grenze abgewiesen.
Schwarz-weiss-Foto von Menschen mit Gepäck und Soldaten vor einem Gebäude mit Schweizer Flagge.
1939–1941

Kriegsausbruch

Mit Beginn des Krieges am 1. September 1939 wurden die Grenzen strenger kontrolliert. Politisch Verfolgte konnten teilweise noch aufgenommen werden, doch die Behörden versuchten, die Zahl der Flüchtlinge möglichst klein zu halten.
Schwarz-weiss-Foto von Menschen mit Gepäck und Soldaten vor einem Gebäude mit Schweizer Flagge.
13. August 1942

Der entscheidende Wendepunkt

13. August 1942 gilt als der Tiefpunkt der Schweizer Flüchtlingspolitik. Der Bundesrat ordnete an, dass Flüchtlinge, die "nur aus Rassegründen" verfolgt würden – also insbesondere jüdische Flüchtlinge – grundsätzlich nicht mehr als politische Flüchtlinge gelten sollten. Dadurch wurden viele Menschen an der Grenze zurückgewiesen.
Berühmt und berüchtigt wurde die Aussage des damaligen Justiz- und Polizeichefs Eduard von Steiger.
Schwarz-weiß-Porträt eines älteren Mannes mit Schnurrbart und zurückgekämmtem Haar.

"Das Boot ist voll."

– Eduard von Steiger, damaliger Justiz- und Polizeichef

Dieser Satz wurde zum Symbol der restriktiven Schweizer Flüchtlingspolitik, auch wenn er in dieser Form erst etwas später in einer Rede verwendet wurde.

War die Grenze also "dicht"?

Eine differenzierte Bilanz

Nicht vollständig. Die Situation war komplex: Zwischen 1933 und 1945 nahm die Schweiz insgesamt rund 300'000 Menschen auf, darunter Internierte, Militärangehörige, Zivilflüchtlinge und Kinder. Davon waren etwa 51'000 zivile Flüchtlinge, darunter rund 20'000 bis 25'000 jüdische Flüchtlinge, die Schutz in der Schweiz fanden.

Gleichzeitig wurden etwa 24'000 Flüchtlinge an der Grenze zurückgewiesen, darunter viele Jüdinnen und Juden, von denen zahlreiche später deportiert und ermordet wurden. Diese Zahlen beruhen auf den Untersuchungen der unabhängigen Bergier-Kommission.
Schwarz-weiss-Foto von Menschen mit Gepäck und Soldaten vor einem Gebäude mit Schweizer Flagge.
Für die Geschichte der Grenzschliessungen besonders relevant sind die Ereignisse an den Grenzübergängen in den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen und Basel-Stadt (zu dem Riehen gehört), wo sich viele der dramatischen Schicksale abspielten.

Bibliothek

Die Bibliothek der Gedenkstätte für Flüchtlinge des Zweiten Weltkriegs in Riehen ist weit mehr als eine Sammlung historischer Bücher. Sie ist ein Ort der Erinnerung, der Forschung und des Dialogs. Besucherinnen und Besucher erhalten hier die Möglichkeit, die historischen Hintergründe der Fluchtbewegungen während der Zeit des Nationalsozialismus zu vertiefen und sich mit den Schicksalen der Menschen auseinanderzusetzen, die an der Schweizer Grenze Hoffnung auf Rettung suchten. Die Bibliothek lädt dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern sie durch Literatur, Dokumente und persönliche Zeugnisse zu verstehen.

Der Bestand umfasst Fachliteratur zur Geschichte des Holocaust, zur nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik sowie zur europäischen Erinnerungskultur. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Werke über die Flüchtlingspolitik der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs, über die Grenzregion Basel–Riehen sowie über die oft schwierigen moralischen Entscheidungen zwischen Menschlichkeit, Mut, Anpassung und Zurückweisung. Ergänzt wird die Sammlung durch Zeitzeugenberichte, Biografien, wissenschaftliche Studien, historische Quellen, Bücher über Antisemitismus, Versöhnung und Menschenrechte sowie Publikationen zu Fragen der Verantwortung von Gesellschaft und Einzelnen.

Die Bibliothek versteht sich als Lern- und Begegnungsort. Gerade in einer Zeit, in der die letzten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust von uns gehen, gewinnen Bücher und dokumentierte Erinnerungen zunehmend an Bedeutung. Sie bewahren Erfahrungen, die künftigen Generationen helfen, die Mechanismen von Ausgrenzung, Antisemitismus und Diktatur zu erkennen und Verantwortung für eine demokratische und menschenwürdige Gesellschaft zu übernehmen. Erinnerung ist dabei kein Blick zurück um ihrer selbst willen, sondern eine Voraussetzung dafür, Gegenwart und Zukunft bewusst zu gestalten.

Die Bibliothek würdigt auch das publizistische Schaffen von Johannes Czwalina, dem Gründer der Gedenkstätte. Seine Bücher verbinden historische Aufarbeitung mit ethischen und gesellschaftlichen Fragestellungen und schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zu den wichtigsten Publikationen gehören:

Das Schweigen redet

Eine Auseinandersetzung mit transgenerationalen Traumata und den Folgen des Schweigens über Krieg, Verfolgung und Gewalt. Das Schweigen prägt oft unseren Umgang mit vergangenen Ereignissen. Das größte Beispiel für gescheiterte Vergangenheitsbewältigung ist das Schweigen der Generation des Zweiten Weltkriegs. Der frühere Pfarrer Johannes Czwalina bricht dieses Schweigen. Der nunmehr als Unternehmensberater tätige Czwalina lässt sowohl Täter (z.B. Hitlers Privatsekretär Martin Bormann) als auch Opfer zu Worten kommen, die er persönlich kennen gelernt hat. Auch das Schweigen der Täterkinder (des Sohnes Martin Bormanns) und das der Opferkinder (z. B. Helen Epstein) wie auch das Schweigen von Kirche und Gott geraten in den Fokus. Noch heute wird verhängnisvoll geschwiegen, etwa in Anbetracht des Terrors der RAF und der Stasi. Auch das Erstarken neonazistischer Gruppen geht auf verschwiegene Schuld zurück. Czwalina geht auf theologische Lösungsansätze ein und betrachtet auch außereuropäische Versöhnungsmodelle wie die südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission.

Autor: Johannes Czwalina

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Die Gegenwart bleibt, nur die Zeit vergeht.

Beiträge internationaler Autorinnen und Autoren über Erinnerungskultur, Diplomatie und Friedensarbeit.

Autor: Johannes Czwalina

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Die Rückkehr des Faschismus

Durch den leichtfertigen Einsatz des Begriffes Faschismus verlieren wir das Gespür dafür, wie schleichend, bedrohlich und sehr konkret der Faschismus wieder Einzug in unsere Gegenwart hält. Italienische, spanische und deutsche Faschisten der 1920er- bis 1940er-Jahre trugen den Begriff zunächst als Zeichen autoritärer Stärke, nationaler Grösse und ideologischer Reinheit. Was Faschismus ist oder sein soll, wurde seitdem vornehmlich von seinen Gegnern bestimmt, die Theorien des bzw. über den Faschismus entwickelt haben.Heute kleiden sich diejenigen, die sich erneut faschistischen Ideen verschreiben, in harmlosere Begriffe. Sie tarnen sich als »Patrioten«, »Wertebewahrer« oder »Kritiker der Eliten«. Ein zentrales Element dieser Strategie ist die Uminterpretation der Geschichte. So fordern sie ein Ende des sogenannten »Schuldkults«, relativieren die Shoah, und bezeichnen die nationalsozialistische Barbarei, die den Kontinent in Schutt und Asche legte, als blossen »Vogelschiss in der Geschichte«. Solche Aussagen sind keine rhetorischen Ausrutscher, sie sind ideologische Signale – bewusst gesetzt, um historische Schuld zu entkoppeln und den Weg für eine neue Normalisierung des Unaussprechlichen zu ebnen. Der Faschismus ist zurück – nicht mit dem gleichen Namen, aber mit denselben Mechanismen: Ausgrenzung, Autoritarismus, Menschenverachtung.

Autor: Johannes Czwalina

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Die Wirklichkeit einblenden!

Ein Sammelband über die Bedeutung der Aufarbeitung historischer Traumata, die Folgen von Holocaust und Gulag sowie die Voraussetzungen für Versöhnung und nachhaltigen Frieden. "Wir stehen in unserem Land vor der grossen Herausforderung, Wege zum Frieden zu finden. Dieses Buch beschreibt schonungslos, wie die Erblast der Vergangenheit gegenwärtige Konflikte prägt, und es zeigt Wege zur Versöhnung auf." Vitali Klitschko, ehemaliger ukrainischer Profiboxer, Bürgermeister von Kiew, Januar 2017" Die Gegenwart bleibt, nur die Zeit vergeht< ist ein Thema, das auch mir wichtig ist: ein wahrhaftiger, verantwortungsvoller Umgang mit den dunkeln Kapiteln unserer Vergangenheit, der Versöhnung ermöglicht. Ich schätze es sehr, dass Sie und viele andere sich dieses Anliegen ebenfalls zu Eigen machen." Joachim Gauck, Bundespräsident (2012-2017)

Herausgeber: Johannes Czwalina

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Frieden ist möglich

Mit einem Grusswort von Didier Burkhalter, ehemaliger Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten Johannes Czwalina und Christina Gräfin Callori di Vignale haben sich aus unterschiedlichen Richtungen mit einigen der grossen Friedensschlüsse des 20. Jahrhunderts befasst. Vor allem haben sie die Gespräche und Verhandlungen studiert und sich deren Protagonisten genau angeschaut.

Autor: Johannes Czwalina

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Für eine würdevolle Zukunft

Wie gestalten wir eine dem Menschen zugewandte würdige Zukunft der Arbeitswelt? Das grösste Risiko in Bezug auf die Zukunft der Arbeit ist nicht die Technik, sondern der Mensch. Johannes Czwalina und Dr. Ferri Abolhassan weisen nach, dass der Schlüssel, die Zukunft der Arbeitswelt zu gestalten, nicht in den technischen Möglichkeiten, sondern in erster Linie in einer gefestigten Persönlichkeit zu finden ist – und sie beschreiben den Weg dahin.

Autoren: Dr. Ferri Abolhassan, Johannes Czwalina

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Nie geht es nur um Vergangenheit

Hergestellt gemeinsam mit Wolfgang Benz und Dan Shambicco: Ein eindrückliches Zeitdokument mit Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden, Flüchtlingen, Helfern sowie Nachkommen von Opfern und Tätern aus dem Dreiländereck. Heute gibt es nur noch wenige Zeitzeugen, die den Zweiten Weltkrieg mit- und überlebt haben. Schon bald werden wir nur noch Berichte aus zweiter Hand hören können. Im vorliegenden Buch erzählen ehemalige Flüchtlinge, deren Heimat in der Zwischenzeit das Dreiländereck geworden ist oder deren Fluchtweg diese Gegend gekreuzt hat, von ihren schrecklichen Erlebnissen, von Feigheit und Denunziation aber auch von Mut und Hilfsbereitschaft. Unter den Beiträgern befinden sich nicht nur letzte Überlebende des Holocaust und deren Kinder, sondern auch Nachkommen von Tätern, die selbst unter den Verbrechen ihrer Vorfahren leiden. Die Vergangenheit und die Gegenwart können nicht getrennt betrachtet werden, sondern die Gegenwart kann nur aus der Kenntnis der Vergangenheit heraus verstanden und bewältigt werden. Ein aufwühlendes Zeitdokument.

Wolfgang Benz, Johannes Czwalina, Dan Shambicco

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Rückkehr einer Auslandschweizer-Familie im Jahre 1944

In persönlichen Gesprächen mit Helmuth Fässler hat der Herausgeber das Schicksal dessen Familie als Auslandschweizer in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs aufgezeichnet. Viele Schweizerinnen und Schweizer waren damals der Willkür des Regimes ausgesetzt und wurden nur halbherzig durch die Schweizer Botschaft unterstützt. Auch bei ihrer Rückkehr in die Schweiz wurden die Fässlers nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Diese Broschüre ist ein berührendes Zeitdokument, das von der Gedenkstätte für Flüchtlinge des Zweiten Weltkrieges in Riehen herausgegeben wird, um solche Geschichten in unserem kollektiven Gedächtnis vor dem Vergessen zu bewahren.

Autor: Johannes Czwalina

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Tätiger Anstand

Es gab sie in der NS-Zeit, auch in der sudwestdeutschen Provinz: Stille Helden, die verfolgten Juden halfen und dabei ihr Leben riskierten: Frauen wie Gertrud Luckner, aber auch Pfarrer, Bauern und Arbeiter, deren Namen kaum jemand kennt. Ihre Geschichten werden hier erzählt. Ein Buch der Menschlichkeit. Und ein Dokument der anderen Geschichte.

Autor: Wolfram Wette

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Überwindung der Schatten der Vergangenheit

Schon als Kind wollte Erwin Ihr nur eines: ein ganz normales Leben führen. Oberflächlich betrachtet ist ihm das gelungen. Doch konnte er die Schatten seiner Vorfahren, die im Holocaust Schlimmstes erleben mussten, hinter sich lassen? Konnte er gewisse Sticheleien souverän übergehen, denen er ausgesetzt war, wenn Menschen erfuhren, dass er jüdische Wurzeln hatte? Konnte er der Enge entfliehen, der er sich bisweilen im konservativ ausgelegten jüdischen Glaubensverständnis seiner Familie ausgesetzt fühlte? Diese authentisch und schnörkellos nachgezeichnete Biografie verleiht einen Einblick in ein Leben auf der Suche nach Integration, Lebensfreude, Freiheit und der Überwindung der Schatten der Vergangenheit.

Autor: Johannes Czwalina

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Wenn die Zeit die Wunden nicht heilt

Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten viele Menschen in Europa mit unzähligen unverarbeiteten Traumata weiterleben. Wer hatte schon Zeit zum Zuhören? Wie hartnäckige Glutherde unter der Oberfläche kurzfristig gelöschter Waldbrände zeigen sich allerorts und immer wieder die Spätfolgen unzureichend aufgearbeiteter Vergangenheit. Dieses Buch reflektiert kritisch die unzureichende Aufarbeitung traumatischer Ereignisse und Erlebnisse. Es zeichnet die Konsequenzen dieses Defizits für die nächsten Generationen nach, schildert, wie Aufarbeitung sowohl im persönlichen als auch im politischen Umfeld konkret umgesetzt werden kann und weist nach, dass die gründliche Aufarbeitung von traumatischen Ereignissen der Vergangenheit der Erfolgsfaktor für die Bewältigung der Konflikte in der Gegenwart ist!

Herausgeber Johannes Czwalina

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Wenn ich nochmal anfangen könnte

Was macht das Leben eigentlich lebenswert? Wie ein roter Faden zieht sich diese essentielle Frage durch das Buch. Jeder Mensch wird sie ganz individuell für sich beantworten können. Es gibt aber Themen, die uns alle berühren. Liebe, Freundschaft, Vertrauen, Grosszügigkeit und Wahrhaftigkeit. Sind die Träume aus der Kinderzeit verwirklicht worden? Welche Sehnsüchte sind noch nicht gestillt? Habe ich die richtigen Prioritäten gesetzt, etwa den Beruf über alles gestellt und dabei die Familie vergessen? Wie kann ich nach einer Krankheit wieder neu beginnen? Diesen und anderen Fragen stellen sich prominente (u.a. Horst Eckel, Frederik Willem de Klerk, Hans Joachim Schellnhuber, Peter Hahne) und andere Beiträger. Die Texte fordern zum Nachdenken über das eigene Leben heraus: intelligent, hinterfragend und zutiefst Mut machend.

Autor: Johannes Czwalina

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Die Bibliothek macht deutlich: Geschichte endet nicht mit dem letzten Zeitzeugen. Sie lebt in Dokumenten, Büchern und Erzählungen weiter. Sie erinnert daran, dass Freiheit, Menschenwürde und Zivilcourage niemals selbstverständlich sind und immer wieder neu verteidigt werden müssen. Die Sammlung leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Bildungsauftrag der Gedenkstätte und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, Vergangenheit zu verstehen, um Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.