Dr. Daniel Gerson

Saly Mayer, geboren 1882 in Basel, war von 1936 bis 1943 Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG). Da der Bundesrat den vom nationalsozialistischen Deutschland verfolgten Juden nur dann den Aufenthalt in der Schweiz gestattete, wenn die anfallenden Kosten von der jüdischen Gemeinschaft übernommen wurden, hatte der SIG für die Beschaffung der Gelder zu sorgen.
Als die jüdische Bevölkerung die Kosten für die stark ansteigende Zahl mittelloser Flüchtlinge nicht mehr allein aufbringen konnte, war sie auf die Solidarität der amerikanischen Juden angewiesen. Die wichtigste Hilfsorganisation 'Joint' stellte erhebliche Mittel zur Verfügung. Die offizielle Vertretung des Joint übernahm Saly Mayer.
1944/45 verhandelte er mit hohen NS-Funktionären, um Juden freizukaufen. Rund 3000 Menschen gelangten auf diese Weise vor Kriegsende in die Schweiz. Als Saly Mayer 1950 in St. Moritz verstarb, war sein mutiges und unkonventionelles Wirken unbekannt geblieben.
Dr. Daniel Gerson
“Was geschehen ist, darf man nicht vergessen,
um für die Zukunft dagegen gefreit zu sein."
— Ignatz Bubis (1927-1999), Zentralrat der Juden Deutschland