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Aktuelle Anlässe

5.12.2017 - 19.30 Uhr
Vortrag Daniel Gerson über Saly Mayer (1882-1950)

Saly Mayer, geboren 1882 in Basel, war von 1936 bis 1943 Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG). Da der Bundesrat den vom nationalsozialistischen Deutschland verfolgten Juden nur dann den Aufenthalt in der Schweiz gestattete, wenn die anfallenden Kosten von der jüdischen Gemeinschaft übernommen wurden, hatte der SIG für die Beschaffung der Gelder zu sorgen. Als die jüdische Bevölkerung die Kosten für die stark ansteigende Zahl mittelloser Flüchtlinge nicht mehr allein aufbringen konnte, war sie auf die Solidarität der amerikanischen Juden angewiesen. Die wichtigste Hilfsorganisation 'Joint' stellte erhebliche Mittel zur Verfügung. Die offizielle Vertretung des Joint übernahm Saly Mayer. Als der Joint  nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf dem europäischen Kontinent nur noch von der Schweiz aus wirken konnte, wurde die Schweizer Joint-Vertretung zur Schaltstelle für Hilfsmassnahmen in weiten Teilen Europas. Da der Transfer von amerikanischen Hilfsgeldern in die von Deutschland kontrollierten Gebiete verboten war, musste Saly Mayer auf informellen Wegen die von der Ermordung bedrohten Juden unterstützen. Es gelang ihm grössere Summen u.a. in die Slowakei und nach Ungarn zu transferieren. 1944/45 verhandelte er mit hohen NS-Funktionären, um Juden freizukaufen. Rund 3000 Menschen gelangten auf diese Weise vor Kriegsende in die Schweiz. Als Saly Mayer 1950 in St. Moritz verstarb, war sein mutiges und unkonventionelles Wirken umbekannt geblieben.

Einladung




 
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